Über uns

Wir, die Gruppe Werne-Lünen, sind zur Zeit 3 aktive Personen und mehrere Unterstützer und setzten uns für die Menschenrechte ein. Mit Kampagnen, Aktionen, Info-Ständen, Protestschreiben, Diskussionsforen und Medienarbeit  tragen wir seit 1981 Informationen auch in Werne auf die Straße, in die Medien und in die Politik.
Außerdem engagieren wir uns in der Menschenrechtsbildung: Was sind Menschenrechte? Wer schützt sie? … Diese und weitere Fragen beantworten wir Amnesty-Mitglieder, wenn wir Schulen besuchen und über Menschenrechtsthemen informieren. Info-Flyer Gruppe Werne-Lünen

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

Unsere Gruppe macht weiter …

Die Amnesty Gruppe in Werne gibt es nun schon annährend 40 Jahre. Dank intensiver Öffentlichkeitsarbeit unserer
Gruppe und zahlloser Unterschriften der Werner Bevölkerung konnten beispielsweise vier Internetdissidenten nach mehreren Jahren Haft bzw. Hausarrest auf den Malediven wieder frei kommen.
Vor einiger Zeit beschäftigte sich die Gruppe Werne u.a. mit dem Schicksal von über 900 Kindern, die
im Bürgerkrieg in El Salvador verschwunden sind. Auch Jahrzehnte nach seiner Beendigung ist der Verbleib Hunderter damals verschleppter Kinder noch immer unbekannt! Wir haben uns für eine Klärung ihres Schicksals ein – z. B. mit
Informationsveranstaltungen, Zeitungsartikeln und Petitionen eingesetzt.

Besonders stolz sind wir auf den Pfad der Menschenrechte, der seit 2014 durch Werne führt. Der Pfad der Menschenrechte soll der Bevölkerung diese Thematik näher bringen. Auf 30 Tafeln ist je ein Menschenrecht zu lesen.
Der rund 12 km lange Weg kann zu Fuß, aber auch mit dem Rad oder Rollstuhl erkundet werden. Vertiefende Informationen können an jeder Station über einen QR-Code auf einer Webseite per Smartphone aufgerufen werden.

Zum internationalen Tag der Menschenrechte waren Werner Schumacher und Berthold Welle von Amnesty International in der Werner Innenstadt präsent. Die Gruppe stellte zwei Fälle der Menschenrechtsverletzungvor: Die junge Frau Teodora wurde nach einer Fehlgeburt zu 30 Jahren Haft verurteilt. Ihr wird eine gewollte Abtreibung im neunten Monat vorgeworfen. Die Gruppe unterstützt die Lateinamerikanerin und sammelte Unterschriften bei den Werner Bürgern, um Protest einreichen zu können.
Außerdem setzten sich die Menschenrechtler derzeit für die türkische Rechtsanwältin Eren Keskin ein, die wegen „Herabwürdigung der türkischen Ntion“ verurteilt wurde. In einer öffentlichen Rede machte sie den Staat für die Tötung eines 12-Jährigen verantwortlich. Foto: Karolin-Sophie Mersch

 

5. Dezember 2020